Verwertung

Die Bayerische Rübe ist eine gut haltbare Speiserübe mit weißem Fleisch, nicht zerkochend und sehr würzig. Es gibt kein bayerisches Kochbuch vor 1900, ohne ein Gericht mit der Bayerischen Rübe mitzuteilen. Das älteste Rezept stammt aus dem Nürnberger Kochbuch von 1691 (Abb. 9).
Das wichtigste Gericht im Dachauer und Freisinger Land war der Bayerische Rübentauch (Abb. 10+ 11), eine Soße (Suppe) mit brauner Einbrenn, in der Schmalznudeln eingetaucht wurden. Das Gericht war eine Fastenspeise und stand als “Essen der armen Leute” jeden Samstag auf den Tisch. In der Küche werden nach Aussagen der Bäuerin Paula Hartl in Oberndorf im Dachauer Land, nach altem Herkommen nur die schwarz-schaligen Formen (siehe Bild im linken Rahmen) verwertet. Durch die “Dachauer Rübenwochen” vom Kirchweihmontag bis Allerheiligen, vom Bayerischen Hotel- und Gaststätten Verband, Dachau, veranstaltet, wird versucht, die Bayerische Rübe und den Rübentauch in den Landgasthäusern wieder anzubieten und bekannt zu machen.

Abb. 9: Rübengericht von 1691 [zurück]

Bayerischer Rübentauch

Die kleinen festen Rüben werden abgeschabt, gewaschen und mit etwas Fett oder Butter und Fleischbrühe weich gedünstet. Hin und wieder kann man statt Fleischbrühe etwas Bier nachgießen. Sind sie gut weich, so gibt man sie in braune Soße (Einbrenn) und läßt sie gut aufkochen. Darin werden Schmalznudeln (Schucksen) eingetaucht.

Kochbuch der Haushaltungskursistinnen, um 1900, Kloster Schlehdorf

Abb. 10: Bayerisches Rübenrezept [zurück]

Abb. 11: Bayrischer Rübentauch mit Schmalznudel [zurück]